Kindergartenkritik

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Ein Ende der Parolen?

Es ist verständlich, dass Eltern sich ein schnelles Ende des Tarifstreits wünschen. Streik bedeutet für sie Stress und Angst vor einer Kündigung, eventuell gar tatsächlich die Kündigung ihres Arbeitsplatzes.

Und doch bietet vielleicht nur ein länger andauernder Streik die Basis dafür, dass Eltern und Erzieherinnen gemeinsam aufhören, Betreuungsbedingungen für Kinder zu akzeptieren, die sie sich selbst niemals guten Gewissens hätten ausdenken können.

Es ist es Hoffnungsschimmer, dass es immer noch Solidarität von Seiten der Eltern mit den streikenden Erzieherinnen gibt. Nur wenige Menschen möchten – zu den derzeitigen Konditionen! –  ihre Arbeit gegen die einer Erzieherin oder eines Erziehers tauschen. Insbesondere in Großstädten und den östlichen Bundesländern fehlt es an Personal und der Mangel ist so groß, dass es mir wie Hohn vorkommt, wie maßlos übertrieben die Arbeit der Erzieher und Erzieherinnen von Politikern und in politisch motivierten Imagekampagnen verklärt wurde.

„Helden“ und „Herzspezialisten“, „Kreativdirektorinnen“ (eine nette Umschreibung für „Basteltante“) und  „Krisenmanagerinnen“, „Zukunftsforscher“ und „Sprengstoffexperten“ und noch viel mehr sollten wir sein.  Die Frage nach den Motiven dahinter drängt sich auf…

„Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos.“
Sigmund Freud

Damit pädagogische Fachkräfte wirklich eine Chance haben, die kindlichen Grundbedürfnisse aller, auch der stillen, unkompliziert wirkenden Kinder erkennen zu können, bräuchten sie weniger Aufgaben und mehr unverplante Zeit. Nur dann lassen sich befriedigende Lösungen finden, nur dann schwinden auch die berechtigten Sorgen und Zweifel von Eltern, deren Recht es ist, immer und bevorzugt an das Wohl ihres eigenen Kindes zu denken.

Nur weil die Mitglieder der ehemals rebellischen Grünen es versäumt haben, spektakuläre Aktionen gegen die Kindergärten ohne Garten zu starten und weil selbst die organisierten Kinderschützer zu hinlänglich bekannten Missständen schweigen, muss nicht gefolgert werden, Kindergartenkindern würden kindgerechte Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt. Bewegungsmangel, zu hohe Lärmbelastung auch für Kinderohren… Zu viel „spielerische Förderung“ und kaum Zeit, eigenen Gedanken und Träumen nachzuhängen…

Kinder verdienen es nicht, wie Nutzvieh kostengünstig auf legale Weise in Containern oder moderner Architektur schlecht untergebracht zu werden. Zweifelhafte Förderprogramme und  weisungsgebundenes Arbeiten der Erzieherinnen – es wird Zeit, dass Eltern mehr Fragen stellen, damit Erzieherinnen sich ermutigt fühlen,  Antworten zu geben. Eltern und Erzieherinnen sind diejenigen, die Kinder immer wieder auf den Schoß und in die Arme nehmen. Sie sollten sich ihre Verantwortung nicht von so genannten „Verantwortlichen“ abnehmen lassen!

Wenn der Streik des Sozial- und Erziehungsdienstes schnell zu Ende gehen würde, kann es sein, dass wie schon nach dem ersten Streik 2009, vieles ungesagt bleibt.

Eine Antwort zu “Ein Ende der Parolen?”

  1. Katharina sagt:

    Die Lieblingserzieherin meiner Tochter Laura hat mir die Seite privat empfohlen und obwohl ich wenig Zeit habe, will ich hier alles lesen. Interessant zu erfahren was alles nicht eingehalten wird.

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