KindergartenKritik

Für Eltern und alle, die mehr wissen wollen

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Nobody is perfect

Frau Dr. Ovicy hat am Spielzeugtag der Pinguine vergessen, für ihre Tochter die Barbie samt rosa Kutsche ins Auto zu tragen. Herr Mandt hat die Frühstücksdose von Tim daheim stehen lassen und die Erzieherin Frau Skipp verwechselt immer wieder den kleinen Bruder von Marek mit seinem „Vorgänger“, der ihr Liebling war.
Erwachsene ärgern sich oft über ihre Vergesslichkeit.

© Christin Lola - fotolia.de

© Christin Lola – fotolia.de

Ganz anders dagegen Kinder. Nach jedem Kindergartentag bleiben Sachen in den Krippen und Tagesstätten liegen. Praktische Dinge, aber vor allem Kuscheltiere, Glitzerspangen, Glücksbringer, Matschboxautos und Basteleien. Merken Kinder, dass etwas liegen blieb, wollen sie das Vermisste zurück haben und manche bringen ihre Eltern dazu, den Rückweg in die Kita anzutreten. Dort flitzen die Kinder meist los, um ihr Eigentum zu holen. Ihre Vergesslichkeit ist ihnen nicht peinlich. Kein Grund zur Sorge. Angst vor frühkindlicher Demenz? – Niemals!

We all make mistakes

Der Schriftzug „We all make mistakes“ ist für mich mit der Erinnerung an das Bild eines gekäfigten Äffchens verbunden. Mit großen Augen blickte das Tier in die Kamera. Seine zarten Finger umklammerten Gitterstäbe. An seinem Körper waren Elektroden befestigt, die erst bei genauerem Hinsehen zu erkennen waren. Mit schwarzem Humor konnte man im eingesperrten Affen einen Strafgefangenen sehen. Doch wie bei einem Vexierbild forderte das  Poster aus den späten Siebzigern zu einem Wechsel der Wahrnehmung auf: Wir alle machen Fehler. Nicht allein die Macher, auch diejenigen, die weisungsgebunden arbeiten oder nur wegsehen und geschehen lassen.

Eine der blamabelsten Angelegenheiten ist es, dass das Wort „Tierschutz“ überhaupt geschaffen werden musste.
Theodor Heuss

Wie wäre es, den Satz von Theodor Heuss abzuwandeln? Blamabel ist, dass das Wort „Kinderschutz“ einen kosmetischen Charakter bekommen hat. Chartas, Konventionen und Gesetze eigens zu den Kinderrechten – muss es sie wirklich geben? Was bringt es, wenn organisierte Kinderschützer veranlassen, dass Kinder vor Pressevertretern, ihren Eltern und anderem Publikum für „Kinderrechte“ trommeln?

„Kinder haben eine Lobby“, heißt es seit Jahren auf der Website des Bundesverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes. Eine Lobby – viele Lobbyisten? Sind organisierte Kinderschützer ebenso engagiert wie die Mitglieder diverser Tierschutzorganisationen, denen nicht selten Aktionismus und Überengagement nachgesagt wird? Tiere sollen nicht vermenschlicht werden, hält man ihnen entgegen. Oder es heißt gar vorwurfsvoll, Tierfreunde sollten sich besser für Kinder einsetzen.

Was wäre wenn…?

Könnten Tierschützer am Ende gar die besseren Kinderschützer sein?

Was könnte sich ändern, wenn Schüler und Studenten, die noch auf Jahre keine Kinder haben möchten, zur Überraschung der Politiker schon jetzt Mindeststandards in der institutionellen Kinderbetreuung verlangen würden? Neue Standards, zum Schutz der Kinder einzuhalten… Ab sofort!
Der Internetauftritt einer von Eltern geführten kleinen Kindertagesstätte in Stuttgart, deren Träger der Stuttgarter Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes ist, mag verdeutlichen, in welch engen Begrenzungen man Kinder spielen lässt. Eltern von 15 Krippenkindern bringen ihren Nachwuchs in eine Einrichtung, die sich rühmt, ein „kleines, aber feines Außengelände“ zu haben.

Laut den Stuttgarter Nachrichten vom 30.10.2011 („Die Berghasen hoppeln in ihrer neuen Kita“) soll es sich um eine 60 qm große Terrasse mit kindersicherem Tor zur Straße und einem Sandkasten handeln. Zieht man von den 60 qm noch ein wenig Platz für die Erzieher ab, kommt man auf weniger als 4 qm pro Krippenkind! Das ist unglaublich wenig.
Derzeit (14.12.2015) kann auf der Website der Stuttgarter Kita Berghasen noch folgender Satz nachgelesen werden:

„Einmal in der Woche dürfen wir das Außengelände unserer Nachbareinrichtung „educcare“ nutzen.“ (Quelle: Website der Kita „Berghasen“ in Stuttgart unter „Konzeption“, Stand: 14.12.2015.)

Man stelle sich einmal vor: Ein Hundezüchter in Stuttgart. Die Grundstückspreise sind hoch, sein Hundezwinger ist klein. So klein, dass man auf Google maps den Auslauf für seine Tiere kaum sieht. Aber einmal in der Woche fährt der gute Mann mit seinen preisgekrönten Zuchttieren und den tapsigen Welpen zu einem benachbarten Hundezüchter. Dieser ermöglicht es netterweise, dass die Hunde aus dem Zwinger des Hundeschutzverbandes Wau-Wau auf seinem Gelände für einige Stunden herumtollen…

Eine Antwort zu “Nobody is perfect”

  1. Katharina sagt:

    In einem Kindergarten der keinen Garten hat, würde ich kein Kind anmelden. Wieso protestiert niemand dargegegen?

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